IN KIRCHE ÜBER KIRCHE(N)

Ökumene im Gespräch
Bildrechte: S. Schorner

Die Kolpingfamilie und die Kirchengemeinde Hirschau haben eingeladen. Über Kirche(n) und Ökumene reden, offen und ohne Denkverbote. Und wo könnte man das besser tun, als in der Kirche. Der katholische Pfarrer Johann Hofmann und der evangelische Pfarrer Stefan Fischer haben sich - auf Idee von Siegfried Schoner hin, der die Veranstaltung geplant und initiiert hat - den Fragen des Publikums gestellt. Dabei viele Dinge, wie Abendmahl/Eucharistie - was genau ist der Unterschied? Knien und Kreuzzeichen in der Evangelischen Kirche? Frauen als Pfarrer? und vieles mehr.

Beide Pfarrer haben aber auch beton, was schon zwischen den Pfarreien gemeinsam verantwortet läuft. Und waren sich einig, in dem, was Hofmann sagte: In erster Linie zählt, dass man sich als Hauptamtliche menschlich versteht, neugierig ist und wertschätzend einander gegenüber.

Ein Wunsch von Pfarrer Fischer war es, Ökumene künftig auch ökonomisch zu denken und dadurch gleichzeitig größere Resonanzen zu erreichen. Pfarrer Hofmann regte an, sich doch wegen eines gemeinsamen Pfarrfestes einmal für kommendes Jahr auszutauschen.

Dennoch wurde vieles schmerzlich erfahrene angesprochen: Die Diskussion um den "Synodalen Weg". Hürden, die das Kirchenrecht setzt - jenseits von inhaltlichen Fragen.

Fischer stellte provokativ in den Raum: "Ich glaube nicht, dass die Frage nach dem gemeinsamen Abendmahl bzw. der gemeinsamen Eucharistie das brennendste Problem ist, das wir als Kirchen haben! - Angesichts zunehmender Instututionsdistanziertheit zu den Kirchen."

 

Gemeinsam mit den Teilnehmenden wurden Ziele in Form von Wünschen für die Ökumene (auch über den Ortskontext hinaus) überlegt und gesammelt.

- für konfessionsverbindende Ehepaare sollen alle geschlossenen Türen geöffnet werden.

- Ökumene so leben, dass Ressourcen gespart werden und frei werden, um neue Wege gehen zu gehen, den Menschen die Liebe Gottes zu verkünden. "Von der leben wir schließlich." Gegen Kirchlichkeitsschwund und Traditionsabbruch des Glaubens.

- Abbau rechtlicher Barrieren bei kirchlichen Amtshandlungen, wie Taufen. Oft ist es schwer einen Taufpaten/Taufpatin zu finden in der Diaspora, weil beispielsweise die Wunschperson nicht die dafür notwendige Konfession hat. Dabei wurde darauf angespielt, dass Evangelische in katholischem Kontext lediglich Taufzeugen sein können.

- Zusammen machen, was zusammen möglich ist - gegenseitig zu Veranstaltungen einladen, Doppelungen meiden, Räume auch untereinander nutzen - und die Vielfalt nicht nur als Trennung und negativ verstehen, sondern als Bereicherung wahrnehmen.